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DIE SAROTTI-HÖFE

Wir möchten Sie einladen, die historische und unter Denkmalschutz stehende ehemalige Schokoladenfabrik in Berlin-Kreuzberg kennen zu lernen und zu erkunden. Erleben Sie die Vielfältigkeit der Mieter, die in den insgesamt 6 Höfen im Mehringdamm 53-57 im lebendigen Stadtteil Kreuzberg das Bild prägen. Auf den über 10.000 qm Gewerbeflächen in den Höfen der ehemaligen Schokoladenfabrik mit dem bekannten Sarotti-Mohren haben heute Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen ihren Sitz. Handwerksbetriebe, Eventagenturen, Maler, Künstler, ein Zahntechniker, Medienunternehmen und viele andere Firmen zeugen von der Vielfältigkeit dieses Stadtteils

DIE GESCHICHTE DER SAROTTI-HÖFE

Begonnen hatte die Geschichte der Höfe bereits vor 150 Jahren: Am 19. September 1859 erhielt ein gewisser Carl Griese die Erlaubnis, auf seinem Grundstück an der damaligen Tempelhofer Straße 30 ein "Wohn-Stall-und Appartementgebäude" zu errichten. Es entstand ein Stall für 9 Pferde im Erdgeschoss und je drei Wohnräume im ersten und zweiten Stock. Nach und nach wuchsen im Garten hinter dem Haus ein Seitenflügel, weitere Ställe und Schuppen. 1881 kaufte der Konditor Hugo Hoffmann das Haus und errichtete an Stelle der Remise ein Fabrikgebäude. Die Straße hieß schon Belle-Alliance, als das expandierende Unternehmen zur Nummer 81 auch die Hausnummern 82 und 83 hinzukaufte.

Die Geschichte des Hauses ist unmittelbar mit der Geschichte der Firma Sarotti verbunden und bebildert exemplarisch die Industrialisierung Berlins Ende des 19. Jahrhunderts. Bereits gegen Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts gewann Kreuzberg als Wirtschaftsstandort weit über die Grenzen Berlins hinaus Bedeutung. Bereits damals gelang es jungen Berliner Handwerksmeistern und Kaufleuten das verarbeitende Gewerbe zu revolutionieren, indem sie technische Erfindungen nutzten, rationelle Produktionsmethoden einführten und sich an veränderte Marktbedingungen anpassten. Auf dem Giebelfeld des zweiten Quergebäudes des Hauses Mehringdamm 55 ist sowohl das Gründungsdatum 1868 als auch das Errichtungsjahr 1894 vermerkt. Bereits 1896 waren hier neben dem Kontorpersonal 360 Arbeiter tätig.

Damals, als in den Höfen noch Schokolade "gemischt und gewalzt wurde", im Haus des Dampfschokoladenfabrikanten Hugo Hoffmann, gab es nirgends etwas Süßes zu kaufen. Die Ladengeschäfte befanden sich nämlich in vornehmen Gegenden an der Friedrichstraße oder der Leipziger Straße. In der Tempelhofer Vorstadt war das Leben weniger süß. Da wurde gearbeitet.
Bis zu 1.800 Menschen sollen in den Fabriketagen Sarottis beschäftigt gewesen sein

Heute gehören die Sarotti-Höfe zu den Vorzeigeobjekten, das Hotel Sarotti-Höfe ist eine stadtbekannten Adresse, Trauben von Touristen stehen vor dem großen Mohr und lauschen den Stadtführern, die die phantastische Erfolgsgeschichte des Dampfschokoladenfabrikanten Hugo Hoffmann erzählen.

DIE GESCHICHTE DES SAROTTI-MOHREN

Die Geschichte des Sarotti-Mohren beginnt im Jahre 1868, als der in Paris zum Konditor ausgebildete Hugo Hoffmann die Produktion edler Pralinen nach französischen Rezepten aufnimmt. Der damals 24jährige Stuttgarter Konditor Hugo Hoffmann begann zu diesem Zeitpunkt in der Mohrenstraße 10 (daher wohl auch die Figur im Logo) im heutigen Bezirk Mitte mit der Produktion von Konditorwaren. Als Verkaufsschlager erwiesen sich seine Pralinen und Schokoladenerzeugnisse. Als Verkaufseinrichtung übernahm er 1878 die "Confiseur-Waren-Handlung Felix & Sarotti".

Das Geschäft florierte, so dass 1883 größere Räume gesucht und in einem Fabrikgebäude an der verkehrsgünstig gelegenen Belle-Alliance-Straße 81 (heute Mehringdamm 57) gefunden wurden. 1898 und etwa 1903 erweiterte Hoffmann seine Firma durch Zukauf der angrenzenden Grundstücke .
Das ursprünglich, vor dem Erwerb durch Herrn Hoffmann, am Mehringdamm 53 - 57 (ehemals Belle-Allicance Straße 81 - 83) gelegene Areal umfasste drei Grundstücke: Im Jahre 1862 wurde das Mietshaus mit dem Gewerbehof Nr.53 erbaut. Im selben Jahr entstand der benachbarte Hof Nr. 55, 1894 folgte das Mietshaus und Gewerbehof Nr. 57.
Anfangs gehörten die Häuser zur besseren Wohngegend, hier wohnten Militärs und Adlige. Auf den Hinterhöfen etablierten sich in der Folgezeit zunehmend Gewerbebetriebe.


Seit 1883 produzierte in der Nr. 53 die Schokoladenfabrik Hoffmann & Tiede unter der Leitung von Hugo Hoffmann.

Nachdem 1903 die Firmen Felix & Sarotti und Hoffmann & Tiede zur Sarotti Chocoladen- und Cacao-Industrie AG vereinigt worden waren, wurde das benachbarte Grundstück Nr. 55 gekauft. Hier hatte bis dahin die Essigfabrik Kühne ihren Sitz gehabt. Trotz einer weiteren Ausdehnung der Firma Sarotti auf den Gewerbehof Nr. 53 erwies sich das Gelände an der Belle-Alliance-Straße im Laufe der Zeit als zu klein. Das Werk beschäftigte nun rund 1800 Arbeiter und Angestellte.

Kurz vor seinem Tod erwarb Hoffmann daher in Tempelhof ein neues großes Fabrikgelände. Ende 1913 wurde der Betrieb dann in die neue Fabrik nach Tempelhof verlegt. Nach der Erweiterung im Jahre 1921 stellte man die Produktion in Kreuzberg gänzlich ein und verkaufte das Grundstück. In diesem Jahr erfolgte auch die Umbenennung in "Sarotti AG". 1929 wurde die Aktiengesellschaft von Nestlé übernommen und 1998 an Stollwerck weiterverkauft. Stollwerck gehört seit 2011 zur belgischen Baronie-Gruppe.


Übrigens: Ebenfalls im Hause wohnte der berühmte Berliner Fotograf Willy Römer, einer der wichtigsten Berliner Pressefotografen der Weimarer Republik.